Aktuelle Projekte

Eine Truhe auf den

Rücken geschnallt

Die Gokstad-Kiepe

Der Rucksack „Ötzi“ ist nun fertig, nur fehlt mir immer noch ein Vergleichsmodell. Während meiner Suche stieß ich auf einen Tragesack, welcher in einem Schweizer Salzbergwerk gefunden wurde. Einzuordnen ist dieser in die Hallstattzeit in der Kelten hier im Salzkammergut das weiße Gold abbauten. Leider ist die Dokumentation zu diesem Fund sehr dürftig, zumindest bezüglich der Quellen die für mich erreichbar sind. Somit verwarf ich die Idee jenes Exemplar nach zubauen.

Letztendlich bin ich dann doch noch fündig geworden, und zwar bei den raubeinigen, langhaarigen Bartträgern des Nordens, den Wikingern. Anfang der  80iger des 19. Jahrhunderts barg man auf dem Gokstad-Hof in Sandar/Norwegen, nahe eines Hügelgrabes, ein 23 m langes und 5 m breites Schiff. Man datierte es auf das 9. Jahrhundert unserer Zeit.  Als Gokstad-Schiff bekannt, kann man es nun im Wikingerschiff-Museum in Oslo bewundern.

Dies bemerkenswerte Schiff soll aber nicht Gegenstand meiner Betrachtungen sein, vielmehr geht es mir um zwei unscheinbare Eichenholzbretter, welche sich im Fundus der geborgenen Artefakte befinden. Das diese mit Schnitzereien verziert wurden, soll kurz erwähnt sein ist aber weiterhin für mein Vorhaben  nicht von Bedeutung.

Die Bretter sind in ihrer Form oval gehalten und messen etwa 48×19 cm. Die Stärke der Holzbretter beträgt 1 und etwa 1,3 cm. Abgesehen von ihrer Form haben diese Bretter an einer Seite zwei größere Löcher gemein, die einen Abstand von etwa 25 cm aufweisen. Eines der Bretter hat zudem auf der gegenüberliegenden  Seite, recht mittig gelegen ein weiteres längliches Loch. Das zweite hingegen, hat zwei umlaufende Lochreihen. Da diese Löcher sehr klein sind, vermutet man dass sie mittels einer Ahle in das Holz kamen.

Bei meinen Recherchen bin ich auf drei verschiedene Rekonstruktionsansätze gestoßen. Alle sind zugegebener Maßen in sich schlüssig und plausibel. Im ersten Ansatz nutzt man für die Rekonstruktion des Korpus dickes gehärtetes Leder. Obwohl das Ergebnis zum einen sehr schön anzusehen ist und zum anderen äußerst einleuchtend ist, stört mich die Tatsache dass sich im Katalog der Funde auch mehrere Lederschuhe befinden. Das heißt für mich, sollte die Kiepe zum Teil aus Leder Bestanden haben, müssten davon zumindest Fragmente erhalten sein. Dies ist scheinbar nicht der Fall. So komme ich zum zweiten Ansatz, hier verhält es sich ähnlich. Man nimmt das der Körper aus Korbgeflecht bestanden haben könnte, dagegen spricht auch hier, dass vereinzelt Überreste von Korbwaren gefunden wurden. Zudem wären die Löcher der umlaufenden Lochreihen zu klein und eine zweite Reihe von Löchern würde keinen Sinn machen. Somit ist der dritte Ansatz für mich der plausibelste. Hier arbeitet man anstelle von Leder mit Birkenrinde oder auch Birkenleder genannt. Wie bei der Version mit dem tierischen Leder wären die Löcher nun genutzt worden um die Rinde mit Garn an die Bodenplatte zu nähen.  Die großen Lochpaare könnte man demnach für die Riemenführung nutzen, damit das Ding, oder die Kiepe, auf dem Rücken getragen werden kann.

Der Arbeitsaufwand ist recht gering, zumindest für mich.  Leder und auch Birkenleder muss nicht extra hergestellt werden, ich kauf es einfach, Das Holz ist schnell in Form gebracht. Da die Birkenrinde erst wieder im Frühjahr geschnitten werden kann und ich nicht so lange warten will werde ich zwei Modelle der Gokstad-Kiepe bauen, von denen ich eines mit Leder bauen werde. Ganz so wie es bei dem ersten Rekonstruktionsansatz beschrieben ist.

Der Winter naht, und ich habe nun wieder einiges zu tun.

Vorbetrachtungen für das Projekt „Selbstverschriebener Rückenschmerz“

Rucksack „Ötzi“

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