Der Fischfang

 

Etwa 2,5 Mio. Jahre sind vergangen, seit dem die Vorfahren des Menschen die schützenden Wipfel der Bäume verließen und begannen aufrecht die Weiten der vorzeitlichen Steppe zu erkunden. Der einstmals Gejagte, ward zum Jäger. Mit viel Geist und Geschick eröffnete er sich neue Nahrungsquellen und bereicherte so seine Speiseplan. Auch vor dem nassen Element machte er irgendwann kein Halt mehr.

Aufgrund der enormen Anzahl unterschiedlicher Artefakte, können die hier gezeigte Stücke nur als ein Kratzen an der Oberfläche archäologischer Funde gesehen werden.

Fischfang mit Speer und Harpune

Speer und Stoßlanze sind schon seit etwa 400.000 Jahren bekannt. Seit etwa 60.000 Jahren fertigte man diese Jagdgeräte aus mehreren Komponenten. Das heißt, man befestigte eine Spitze aus Stein, Knochen oder Geweih. Durch das Anbringen von Widerhaken, wurden diese an die feuchten Jagdgründe angepasst.

Der Unterschied, zwischen Speer und Harpune, liegt nun darin, dass die Spitze der Harpune nicht fest mit dem Schaft verbunden ist und sich so nach dem Eindringen in den Körper des Beutetieres löst. Speziell im Fischfang, lässt sich die Beute nun mit einer an der Spitze befestigtem Leine einholen.

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Der Haken beim Angeln

Im Jahr  2006 wurde die Jerimalaihöhle in Osttimor archäologisch erschlossen, seit dem kann man davon ausgehen, das der Mensch schon vor 42.000 Jahren seinen Speiseplan mit Fisch abwechslungsreicher gestaltete. Unter anderem, fand man dort das bislang älteste Exemplar eines Angelhakens. Hierbei handelte es sich um einen Stabhaken. Vor etwa 16-32.000 Jahren fertigte man diesen Stab aus der Schale einer Meeresschnecke, bei vergleichbaren Funden kam auch Holz oder Knochen zur Verwendung. Oft beim Hechtfang oder der Habhaftwerdung vergleichbarer Raubfische eingesetzt, findet man dieses Fanggerät auch heute noch bei verschiedenen indigenen Kulturen.

Die Handhabung des Stabhaken kann man auch anhand eines ca. 10.000 Jahre alten Fundes aus dem Federsee bei Bad Buchau nachvollziehen. Hier hatte ein frühgeschichtlicher Angler Pech. Man fand das Skelett eine Hechtes in dem erstaunlicherweise nicht nur der Köderfisch, sondern auch der Haken erhalten blieb. Demnach schob man das Fanggerät waagerecht in den Köder, um es zu verbergen. Schluckte das Opfer nun den Köder und zog kräftig an der Leine, so stellte sich der Haken auf und verkeilte sich im Fang.

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Im späten Paleolithikum dann, tauchten Geräte auf, welche den heutigen Haken schon sehr ähnlich waren. Doch unterschieden sie sich deutlich im verwendeten Material. Häufig wurden sie aus Knochen oder Eberzähnen gefertigt. Funde aus Dänemark und Schleßwig-Holstein zeigen, dass auch vereinzelt Feuerstein als Rohstoff in Frage kam. In Holland konnte man zu dem nachweisen, dass dort auch Haken aus weniger geeignetem Geweih hergestellt wurden. Problematisch ist hier die Tatsache das Geweih im Wasser weich wird und der Haken dadurch eine gewisse Elastizität aufweist.

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Fischen mit der Reuse

Diese schonende Methode ist schon für das Mesolithikum belegt. Da jedoch das Material, aus dem sie gefertigt wurden, sehr vergänglich ist, sind archäologische Funde recht spärlich meist nur in fragmentarischer Form erhalten. Zur Verwendung kamen meist Ruten aus Weide. Gelegentlich benutzte man auch welche aus Hasel, Hartriegel und anderen flechtbaren Materialien. Mittels der Größe des Loches der Innenkehle konnte vor ab bestimmt werden wie groß oder Klein die Fische sein durften. Ist dieses z.B. nur 4cm klein, so kann davon ausgegangen werden, dass diese Reuse für den Aalfang benutzt wurde.

Geflochtene Holz- und Netzreusen kamen wohl gleichermaßen vor, gibt es sogar Fachleute, welche davon ausgehen, das Netzreusen schon wesentlich früher vorkamen.

 

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